Ohren auf für Kinder: Fröbel beim Kinderrechte-Fest in Münster
Beim Kinderrechte-Fest am 19. September 2026 in Münster zeigte Fröbel, wie eng gesunde Ernährung, Mitbestimmung und Kinderrechte miteinander verbunden sind. Am Fröbel-Stand konnten Kinder Lebensmittel mit allen Sinnen entdecken, Neues ausprobieren und vor allem ihre eigenen Wünsche äußern.
Entdecken, riechen, schmecken – und mitentscheiden
Was mögen Kinder? Was schmeckt ihnen? Und wie äußern sie ihre Vorlieben? Am Fröbel-Stand drehte sich alles um die Wahrnehmung und die Wünsche der jüngsten Besucherinnen und Besuchern.
An verschiedenen Mitmachstationen konnten Kinder Lebensmittel spielerisch erkunden. Nudeln, Reis und Bohnen luden zum Ertasten ein. Beim Geruchstest galt es, Orange, Pfefferminze und Banane zu erkennen. Besonders spannend wurde es bei der Blindverkostung: Mit verbundenen Augen probierten die Kinder Zitrone, Apfel und Banane. Dabei sorgten die unterschiedlichen Geschmäcker für neugierige Gesichter und manche überraschende Reaktion.
Im Mittelpunkt stand jedoch nicht, ob die Kinder alles richtig erkannten oder ob ihnen jedes Lebensmittel schmeckte. Viel wichtiger war, dass sie selbst ausprobieren, ihre Eindrücke beschreiben und ihre Vorlieben äußern konnten.
Kinder gestalten den Speiseplan mit
Der gut besuchte Fröbel-Stand bot auch zahlreiche Gelegenheiten, mit Familien ins Gespräch zu kommen und ihnen das Fröbel-Konzept der Frischküchen vorzustellen.
In den Fröbel-Einrichtungen spielt die Beteiligung der Kinder auch beim Essen eine wichtige Rolle. Sie können ihre Wünsche einbringen, Rückmeldungen geben und die Gestaltung des Speiseplans mit beeinflussen. Ihre Meinungen und Bedürfnisse fließen in den Kita-Alltag ein.
Damit wird das neue Fröbel-Jahresmotto „Ohren auf für Kinder“ ganz praktisch erlebbar. Denn Beteiligung beginnt nicht erst, wenn Kinder ihre Wünsche laut und deutlich formulieren. Sie beginnt dort, wo Erwachsene aufmerksam zuhören, die Signale der Kinder wahrnehmen und ihre Entscheidungen respektieren.
Pumpernickel-Häppchen sorgen für Begeisterung
Auch kulinarisch hatte der Fröbel-Stand einiges zu bieten. Der koordinierende Koch Mario La Scala hatte kleine Pumpernickel-Häppchen mit drei unterschiedlichen Aufstrichen vorbereitet. Die Fröbel-Köche Christian Turowski und Akram Baloochi beantworteten vor Ort die Fragen der Besucher*innen, gaben Einblicke in ihre Arbeit und verteilten die beliebten Fröbel-Rezeptkarten.
Wie viel Freude selbstbestimmtes Probieren machen kann, zeigte ein etwa neunjähriger Junge. Nachdem er alle drei Aufstriche gekostet hatte, wollte das Fröbel-Team wissen, welcher ihm am besten schmeckte. Seine Antwort: Das könne er noch nicht sagen – dafür müsse er erst einmal alle erneut probieren.
Gesagt, getan. Der Junge kostete ein zweites Mal, dann ein drittes Mal und traf schließlich seine Entscheidung: Der Aufstrich aus getrockneten Tomaten, Oliven und Cashewkernen war sein Favorit. So gut, dass er anschließend fragte, ob er noch einige Brote mitnehmen dürfe. Am Ende nahm er so viele mit, wie er tragen konnte.
Eine kleine Begegnung, die eindrucksvoll zeigte, wie viel Freude Kinder daran haben, selbst zu entdecken, zu vergleichen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.
„Aber Tomate mag ich gar nicht!“
Auch das frische Obst und Gemüse fand großen Anklang. Kinder und Eltern griffen gerne zu den aufgeschnittenen Lebensmitteln. Mehrere Besucher*innen bemerkten dabei, dass es auf dem Fest insgesamt nur wenige Angebote mit gesunden Lebensmitteln für Kinder gab. Für einen besonders schönen Moment sorgte ein etwa zweijähriges Mädchen. Als ein Mitglied des Fröbel-Teams ihr eine Birne anbot, nahm sie diese gerne entgegen – und erklärte selbstbewusst, dass sie schließlich noch eine zweite Hand habe.
Auf das anschließende Angebot, zusätzlich eine Tomate zu nehmen, reagierte sie ganz selbstverständlich: „Aber Tomate mag ich gar nicht!“ Stattdessen entschied sie sich für ein Stück Gurke.
Diese kurze Begegnung brachte auf den Punkt, worum es beim Kinderrechte-Fest ging: Schon die Jüngsten wissen oft sehr genau, was sie möchten und was nicht. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zuhören, ihre Äußerungen ernst nehmen und ihnen Raum für eigene Entscheidungen geben.
Kinderrechte beginnen im Alltag
Ob beim gemeinsamen Essen, beim Spielen oder bei der Gestaltung des Kita-Alltags: Kinder haben das Recht, ihre Meinung zu äußern und an Entscheidungen beteiligt zu werden, die sie betreffen. Dafür müssen sie weder ein bestimmtes Alter erreicht haben noch ihre Wünsche besonders laut formulieren können.
Das Kinderrechte-Fest in Münster machte deutlich, wie selbstverständlich Beteiligung im Alltag gelebt werden kann. Manchmal reicht dafür schon eine einfache Frage: „Was schmeckt dir?“ Entscheidend ist, die Antwort wirklich hören zu wollen und sie zu respektieren.
Für Fröbel war das Fest deshalb weit mehr als eine Gelegenheit, über gesunde Ernährung und die Frischküchen zu informieren. Es bot Raum für Begegnungen, Gespräche und viele kleine Momente gelebter Partizipation.
Ein herzliches Dankeschön
Ein rundum gelungener Tag mit zahlreichen interessierten Familien, neugierigen Kindern und einem engagierten Fröbel-Team!
Ein großes Dankeschön gilt dem Kinderschutzbund Münster sowie allen Helfer*innen, die dieses besondere Fest möglich gemacht haben.
Ein besonderer Dank geht an die Fröbel-Fachkräfte, die den Stand an diesem Samstag mit viel Engagement, Herz und Fachwissen gestaltet und begleitet haben.
Denn wer Kindern aufmerksam zuhört, erfährt nicht nur, was ihnen schmeckt. Sondern vor allem, was ihnen wichtig ist.