Gemeinsam staunen, fragen und ausprobieren – das war unser Forscher-Entdecker-Fest
Fragen und Entdeckungen begegnen uns im Kindergarten Ermlandweg jeden Tag. Kinder beobachten ihre Umwelt, staunen über Phänomene, entwickeln eigene Vermutungen und möchten herausfinden, wie die Welt funktioniert. „Warum ist ein Schiff so schwer und kann trotzdem schwimmen?“ „Warum dreht mein Schatten sich nicht mit mir um?“ „Wieso fällt der Turm um, wenn der größer ist als ich?“ „Was passiert, wenn ich diese Farben mische?“ – „Oh, ich habe eine neue Farbe erfunden!“ Diese natürliche Neugier greifen wir in unserem pädagogischen Alltag auf. Forschen und Entdecken soll bei uns nicht nur in geplanten Angeboten stattfinden, sondern überall dort, wo Kinder Fragen stellen, etwas beobachten oder einer eigenen Idee nachgehen möchten.
Ein besonderer Höhepunkt auf diesem Weg war unser Forscher-Entdecker-Fest. An diesem Tag waren unsere Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und Familien eingeladen, die Welt an verschiedenen Stationen mit allen Sinnen zu erforschen.
Passend zu unserem Hausschwerpunkt „Körper und Sinne“ stand das Forscher-Entdecker-Fest ganz im Zeichen des aktiven Erlebens und Ausprobierens.
An den verschiedenen Forschungsstationen konnten Kinder und Eltern gemeinsam beobachten, fühlen, hören, bewegen, vergleichen, experimentieren und staunen. Es wurde ausprobiert, verändert und ggf. neu getestet.
Dabei zeigte sich einmal mehr, wie Kinder ihre Umwelt erschließen: Sie möchten nicht nur wissen, dass etwas passiert, sondern selbst herausfinden, was passiert und warum es so sein könnte.
Deshalb standen auch beim Forscher-Entdecker-Fest nicht vorgegebene Lösungen im Mittelpunkt. Kinder und Erwachsene entwickelten gemeinsam Vermutungen und gingen ihren Beobachtungen nach:
“Was glaubst du, was passieren wird?”
“Was hast du beobachtet?”
“Warum könnte das so sein?”
Manches funktionierte wie erwartet, anderes überraschte. Und nach mancher Antwort entstand direkt die nächste Frage. Genau darin lag für uns der besondere Wert des gemeinsamen Forschens.
Bei der Vorbereitung unseres Festes war uns besonders wichtig, alltagsnahe und leicht verfügbare Materialien zu verwenden.
Für die verschiedenen Experimente waren keine komplizierten Versuchsaufbauten und keine besondere Laborausstattung notwendig. Wasser, Gläser, Becher, Papier, Farben und weitere bekannte Alltags- und Kitagenstände wurden zu Forschungsmaterialien.
Viele der Experimente konnten von den Familien anschließend mit einfachen Mitteln zu Hause wiederholt und weiterentwickelt werden. Auf diese Weise nahmen die Kinder nicht nur ihre Erlebnisse und Entdeckungen mit nach Hause, sondern vielleicht auch die eine oder andere neue Forschungsfrage.
Ein wichtiger Bestandteil unseres Forscher-Entdecker-Festes war die gemeinsame Teilnahme von Kindern und Eltern.
Für die Erwachsenen bot sich dadurch die Gelegenheit, die Experimente aus der Perspektive ihrer Kinder zu erleben. Statt eine bekannte Erklärung sofort weiterzugeben, konnten sie sich gemeinsam mit ihrem Kind auf den Forschungsprozess einlassen. Dabei konnten die Eltern erleben, dass beim Forschen mit Kindern nicht die schnelle und fachlich richtige Antwort entscheidend ist. Gleichzeitig konnten die Eltern beobachten, mit welcher Neugier, Ausdauer und Kreativität ihre Kinder an die unterschiedlichen Herausforderungen herangingen. Manchmal entdeckten die Kinder dabei Dinge, die wir Erwachsenen zunächst gar nicht im Blick hatten.
Unser Forscher-Entdecker-Fest war für uns weit mehr als ein gemeinsamer Nachmittag. Es machte sichtbar, welche Bedeutung das Forschen und Entdecken in unserem pädagogischen Alltag hat.
Es zeigte außerdem, wie eng unser Hausschwerpunkt „Körper und Sinne“ mit einer forschenden Haltung verbunden ist. Kinder erschließen sich ihre Welt mit ihrem ganzen Körper.
Das Fest gab uns außerdem die Möglichkeit, diese Haltung gemeinsam mit unseren Familien zu erleben und Anregungen für das Forschen zu Hause weiterzugeben.
Die Erfahrungen des Forscher-Entdecker-Festes nehmen wir mit in unseren Kita-Alltag. Denn die Neugier der Kinder endete selbstverständlich nicht mit dem Fest. Auch weiterhin begegnen uns im Atelier, im Bauraum, im Forscherraum, im Musik- und Bewegungsraum, im Leseraum, im Rollenspielraum und auf unserem Außengelände täglich neue Fragen.
Für uns bedeutet Forschen deshalb vor allem: aufmerksam bleiben, Kinderfragen ernst nehmen, gemeinsam Vermutungen entwickeln und den Kindern Zeit und Raum geben, ihre eigenen Antworten zu entdecken.